Themenreihe

 

Kultur- & Landschaftsgeschichte Rhein-Nahe

 

Sandsteinbruch: röm. Betriebszeit der 12. Mainzer Legion:  2./3. Jhd.                          Sandstein im Detail: Gekappte u. verlagerte                                         Röm. Steinmetzarbeiten aus Sandstein Krimhildenstuhl, Roipalz                                                                                                             Schichtungen einer Flussrinne                                                                            Burghof Klopp, Bingen

 

Diese Themenreihe beleuchtet die enge Verbindung zwischen Kultur- u. Naturgeschichte. Dabei wird anhand von Spuren in unserer Kulturlandschaft u. anhand ausgewählter Exponate die Mensch-/Umwelt-Interaktion in Verbindung mit deren Rohstoffen u. der technisch/wirtschaftlichen Entwicklung des Menschen der letzten Jahrtausende dargestellt. Beispiele von Hinterlassenschaften menschlicher Epochen seit der Steinzeit existieren in der Region Rhein-Nahe zahlreich: Steinzeitliche Werkzeuge, Zeugnisse der Herstellung von Werksteinen in alten Steinbrüchen, Spuren von der Gewinnung u. dem Brennen von Erden u. gemahlenen Steinen. Auch spielen Pigmente aus Gesteinspulvern zur Herstellung von Farben seit je her eine wichtige Rolle. Abbau u. Verhüttung von Metallen seit der Bronzezeit sowie eine damit verbundene Entwicklung von Infrastruktur sind folgende Weiterentwicklungen. Ein Beispiel ist der systematisch betriebene Bau römischer Militärstraßen u. deren oft Jahrhunderte währende Nutzung als Fernhandels- u. Transportwege sowie Grundlage eines modernen Wegenetzes.

 

Dazu werden Exkursionen durch die regionale Kulturlandschaft u. Veranstaltungen in Museen der Region sowie deren Magazinen angeboten.

In den Veranstaltungen arbeiten fachübergreifend Menschen aus dem Geo- u. Kulturbereich zusammen, um die Kultur- u. Landschaftsgeschichte durch eine rege Interaktion zwischen den Fachleuten u. den Besuchern erlebbar zu machen sowie Museumsalltag hinter den Kulissen vorzustellen.

 

Folgend sind die Epochen aufgelistet, die über die nächsten Jahre immer wieder Thema von Veranstaltungen sein werden.

Zudem die Referenten, die sich bisher bereit erklärten an der Themenreihe mitzugestalten.

  • Steinzeit                                              Dr. Frank Moseler, Museumsleiter MONREPOS, Neuwied
  • Eisenzeit der Germanen & Kelten:     Andreas Stolz, Dipl.-Geologe u. Geselle im Handwerk, Bingen - Betreiber dieser Homepage 
  • Römerzeit:                                          Dr. Daniel Burger-Völlmecke, Kurator am Stadtmuseum Wiesbaden
  • Mittelalter / Frühe Neuzeit:                 Dr. Matthias Schmandt, Leiter des Museums am Strom u. d. Kulturamts Bingen
  • Gründerzeit:                                       Thomas Zimmermann, Kunsthistoriker u. Gästeführer
  • Geologie u. Landschaftsgeschichte:  Andreas Stolz, Dipl.-Geologe u. Geselle im Handwerk, Bingen - Betreiber dieser Homepage                                                                                           Gastreferent: Dr. Klemens Seelos, Geologe am Institut für Geowissenschaften, Uni Mainz

                                                                                       

 

Herzlich eingeladen diese Themenreihe als Referenten mitzugestalten sind Fachleute aus Institutionen, wie Museen, Universitäten oder Heimat- und Geschichtsvereinen etc. und damit sind auch spezialisierte Nichtakademiker angesprochen, die somit obige Liste erweitern würden.

Auch sind die kulturtragenden Institutionen herzlich eingeladen als Kooperationspartner zu fungieren, oder Schirmherrschaftsmitglied der Themenreihe zu werden.

 

Folgende Institutionen kooperieren in Zusammenarbeit:

  • Kulturamt Bingen - Museum am Strom 
  • Familienzentrum Münster-Sarmsheim e.V.
  • Kirchengemeinde St. Martin, Bingen
  • Volkshochschule, Bingen

 

Medienkooperation:

  • Bingen am Rhein Tourismus u. Kongress GmbH
  • Historischer Verein Ingelheim e.V.

 

Folgende Institutionen haben ihre Zusammenarbeit angekündigt:

  • Museum Alzey / Rheinhessen
  • Museum Simmern / Hunsrück

                                 

Nachbau einer römischen Großkornmühle mit Basaltmühlstein                                      Dunkle Gesteine                                                                 Moderner  Sandsteinzuschnitt im gleichen Prinzip                                                                                                                            Basaltmühlsteine röm. Handmühlen                                           Unterschied zu Römerzeiten ist der elektrische Antrieb



 

Veranstaltungen der

 

Themenreihe Kultur- u. Landschaftsgeschichte

 

Rhein-Nahe

 


- Geschichte aus Stein in Bingen am Rhein -

 

Grabsteine erzählen Natur- u. Kultur-Geschichte

 

Alter Friedhof Bingen,    Grabmäler aus Sandsteinen                                 Flonheimer Sandsteinbruch                                          Alter Friedhof Bingen,  Grabmäler aus Sandsteinen

 

 

Geologische Führung über den „Alten Friedhof“, Bingen

Während der fast 100-jährigen Nutzungszeit (1822-1920) als Friedhof stand die deutsche Natursteinindustrie in ihrer Blüte. Da zusätzlich die Geologie der deutschen Mittelgebirge im Umkreis von 100 km reich an unterschiedlichsten Gesteinen ist, bekam man damals sehr viele Werksteinvarietäten direkt aus den Brüchen des Umlandes. Dies zeichnet sich als Bild auf alten Friedhöfen ab. Für unterschiedlichste Anwendungen im Steinmetz- u. Steinbildhauerhandwerk sollten die Gesteine nun auch bestimmte Eigenschaften aufweisen. Prinzipiell sind z.B. die Quarzite des Rochusbergs von ihrer Verwitterungsresistenz u. ihrem Farbspektrum her ästhetisch sehr ansprechend für die Darstellung von Skulpturen. Warum finden wir dies Gestein allerdings nicht als Grabstein? Nach welchen Prinzipien wurden nun Grabsteine u. Skulpturenwerksteine ausgewählt u. wie können wir dies vor Ort nachvollziehen? Wir gehen u.a. mit Lupen auf Spurensuche.

Ehemaliges Kooperationsprojekt mit der VHS-BIN: Der Alte Friedhof in Bingen - Die Steine zum sprechen bringen

 

Individualtermine auf Anfrage

Dauer: ~ 2 h

 



 

 

- Geschichte aus Stein in Bingen am Rhein -

 

 

Steinzeit am Trollfelsen

 

 

 Feuersteinfaustkeil, Alt-Steinzeit                                                  Fanglomeratfelsen im Trollbachtal                             Alt-Steinzeitlicher Quarzitschaber aus Nahekiesel

 

Geoarchäologischer Rundgang bei Münster-Sarmsheim, im Mündungsgebiet vom Trollbach in die Nahe

Geologe & Archäologe erläutern den Kultur- u. Naturraum steinzeitlicher Jäger & Sammler im Rhein-Nahe-Gebiet

Schon seit der Altsteinzeit ließen sich hier die Fluss-Kiesel als Ressourcen zur Werkzeugherstellung nutzen. Diese frühe Rohstofflagerstätte erwies sich als ein optimaler Raum früher Menschen. Der Grund dafür liegt in der erhöhten Lage über der Fluss-Auenlandschaft von Rhein u. Nahe, die hoch frequentiert von Wildherden durchwandert war und der Klimagunst des Naturraums der Flussterrassen und Lößlandschaften.

Inhaltlich wird daher eine Brücke zwischen erdgeschichtlichen Entstehungsprozessen und der frühen Besiedlung durch den Menschen gebaut. Vor Ort können die Besucher aktiv selbst ausprobieren, wie sich die Werksteinherstellung der frühen Menschen gestaltete.

Der Rundgang führt über die uralten Trollbachtalfelsen, zur  Kies- u. Sandkaut des alten Nahe-Flußsytems auf dem Plateau, zu vulkanischen Spuren und den Zeugen großer Staubstürme der letzten Eiszeit.

 

Das Highlight des Rundgangs bildet die Kiesgrube. Wegen neuen Funden aus diesem Bereich muss die frühe Besiedlung Mitteleuropas i.d. Altsteinzeit  neu bewertet werden. Anhand von Werkzeugfunden, die in den Schotterlagen gefunden worden sind, wird die frühe Besiedlung des Rhein-Nahe-Raums auf das nunmehr doppelte Alter von ~1,33 Mio Jahren geschätzt !!!  Eine Sensation auf dem Gebiet der Altsteinzeitforschung. 

 

Termine nach Vereinbarung

Referenten:      Dr. Frank Moseler, Archäologe und Museumsleiter im steinzeitlichen Museum MONREPOS, Neuwied

                         Andreas Stolz, Geologe & Handwerker, Betreiber dieser Seiten

Treffpunkt:       Feuerwehr Gerätehaus Münster-Sarmsheim bei Bingen an Rhein & Nahe

Beginn:            14 Uhr
Dauer:              ~3 Stunden

Ausrüstung:     Schuhwerk für unbefestigte und nasse Wege, Sonnenschutz, Wasser
Anmeldung:     per Mail übers Kontaktformular

Besucherzahl:  Min 10, Max. 24 Personen

 

 

Wichtiges zum Anmeldeprozedere:

Wir hatten bei den letzten Veranstaltungsterminen  Anmeldungen und die Leute kamen nicht. Während Andere gern teilgenommen hätten und wir diesen wegen der maximalen Teilnehmerzahl absagen mußten. Wer also angemeldet ist und gedenkt nicht zu kommen: Rechtzeitig absagen !

 

 Literatur dazu:

"Einige altpaläolithische Fundstellen entlang des Rheingrabens, datiert von 1,3 bis 0,6 Millionen Jahre",  2019

Prof. Dr. Fiedler (Uni Marburg), Dr. Humburg, H.Klingelhöfer, S. u. M. Stoll

"Neue Ergebnisse zur Gliederung und zum Längsgefälle der Talbodenniveaus im Mittelrheintal und an der Unteren Nahe", 2015

Prof. Dr. Preuss, D.Burger, F.Siegler (Uni Mainz)

 

Steinzeitliche Werkzeuge der Sammlung "Bell" aus den Höhen am unteren Nahelauf

 

Axtkopf,  Jungsteinzeit                                                                     Handreibstein, Jungsteinzeit - Weiler                               Schaber aus den Nahe-Terrassen-Schotter


 

 

 - Geschichte aus Stein in Bingen am Rhein -

 

Vom Naturstein zum Exponat

 

 in Kooperation mit dem Museum am Strom, Bingen

 

 

 

Termin 2026 in Planung

 

Veranstaltungsort: Museum am Strom, Bingen

 

In dieser wiederkehrenden Exkursreihe erläutern der Historiker Dr. Matthias Schmandt  &  ich als Geologe  anhand ausgewählter steinerner Hinterlassenschaften die kulturelle u. technisch-wirtschaftliche Entwicklung der jeweiligen Exponat-Epoche u. stellen deren Rohstoffgeschichte dar. In diesem offen, interdisziplinären Austausch-Gespräch zw. Fachleuten sind die Besucher herzlich eingeladen sich mit Fragen und Beiträgen am Gespräch zu beteiligen. In einem ca. 1-stündigen Spaziergang rund um und durch das Museum werden verschiedene regional-historisch wertvolle Exponate durchgesprochen, Schubladen im Magazin und Keller geöffnet und damit ein breites Spektrum, auch an sonst nicht in Ausstellung befindlichen Exponaten präsentiert.                       

 

 


 

 

 

- Geschichte aus Stein in Bingen am Rhein -

 

 

Natursteine  &  Geschichte  der  Binger Basilika

                        

Steinbruch mit Horizontalschichtung                        Südseite mit Glockenturm der gotischen Basilika St. Martin, Bingen, 15. Jahrhundert                      Romanische  Krypta, 11. Jhd.

Sandsteinhandstück                                                               Tonschieferdächer u. Sandsteindekorelemente                                                            Sandsteinsäulen u. Tuffsteinbögen

Sandstein im mikroskopischen Bild

 

 

Die spätmittelalterliche Stiftskirche in Bingen steht im Mündungsgebiet der Nahe in den Rhein. Archäologisch nachweisbar ist dieser Standort seit provinzialrömischer Zeit eine exponierte Lage in unmittelbarer Nähe zu den Flüssen. Die Baumeister der letzten Jahrhunderte benötigten für die Errichtung des zentralen Kirchenschiffs, deren Kapellen und Anbauten tausende Tonnen unterschiedlichster Naturwerksteine und Mörtel. Zumeist wurden die mineralischen Baustoffe aus der direkten Umgebung bezogen, für sichtbare Konstruktiv- u. Dekorelemente wurde aber auch Naturstein von weit überregional her beschafft. Zahlreiche Um- u. Ausbauphasen sowie Sanierungen zur Erhaltung des Bauwerks sind am Kirchenbau direkt nachzuvollziehen.

In diesem Rundgang um den Sakralbau und in die Krypta werden die mineralischen Bauelemente, deren geologische Entstehung und die Kirchenhistorie erläutert.

Kooperationspartner ist die katholische Kirchengemeinde St. Martin, Bingen

 

Individualtermine auf Anfrage
                      
Treffpunkt:         Basilika St. Martin, Haupttor des Kirchplatzes, Carl-Puricelli-Platz
Beginn:                11:30 Uhr
Dauer:                 ~2 Stunden

Ausrüstung:       Witterungsentsprechende Kleidung, ggf. Regenschirme
Anmeldung:       Mail übers Kontaktformular

Besucherzahl:   Max. 30 Personen